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„ EIN LIED GING VORÜBER“ erschienen 2002 im Eigenverlag.
Kartoniert, 16 Seiten, mit Bildern von Werner Fischer, Rankweil.
Gestaltung: Thomas Feurstein, Göfis
Mit einem Vorwort von Markus Keel, Galerist.
Ich bin seit vielen Jahren ehrenamtliche Sachwalterin für eine jetzt vierzigjährige Frau, die seit ihrem vierten Lebensjahr geistig behindert ist.
Mich fasziniert ihre Körpersprache, weil sie mit Gesten sehr lebhaft ausdrückt, was ihr an sprachlichem Ausdruck verwehrt ist.
Eines Tages begann ich, meine Eindrücke – und köstliche Begebenheiten mit ihr und ihren Mitbewohnern im Wohnheim der Lebenshilfe, aufzuschreiben.
Ich suchte einen Bildenden Künstler, der das Thema geistige Behinderung umzusetzen bereit war.
Werner Fischer nahm meinen Vorschlag, gemeinsam ein Buch zu gestalten, begeistert auf. Er gestaltete neun Bilder auf Spanholzplatten mit schwarzem Kohlestift. Drei davon sind im Buch „Ein Lied ging vorüber“ abgebildet. Sie bilden einen eindrucksvollen Kontrast zum Text, der das Thema Behinderung im Einklang mit der Harmonie in einem kosmisch Ganzen sucht.
„Was schreibt man über ein Werk, – BILD / WORT – das ein ganzes Jahr intensive Auseinandersetzung mit einem Thema verlangte?
Das Vorurteile aufzeigt, Schwächen offen legt, Antworten auf Ausreden sucht? In Auseinandersetzung mit dem Thema Gespräche ins Unendliche führte und zum Schluss die Gewissheit brachte, etwas Einmaliges geschaffen zu haben, das ein Gefühl visuell umgesetzt hat, das aber nicht für Jedermann sichtbar ist.“
Werner Fischer
Textprobe:
Thomas
Thomas setzt sich nah zu mir und sieht zu, wie ich einen Apfel esse.
Ich weiß nicht, was ihn daran so fasziniert.
Ich habe den Apfel mit Kerngehäuse gegessen.
Jetzt kommt Bewegung in die Gestalt von Thomas.
Er lacht: Du hast Kern geschluckt!
Nun reibt er mit der flachen Hand an meinem Magen:
Hier wächst Baum!!!
Alle lachen und staunen mich an.
Thomas: Baum wächst, - mit diesen Worten zeigt er auf meinen Mund: Baum kommt heraus, Opa schneidet Baum um!
Er ahmt das Geräusch einer Motorsäge nach und den Fall eines Baumes: Rrrummm! Wummm!
Hätte ich das Spiel nicht abgebrochen, hätten alle Freunde von Thomas mit viel Getöse Bäume umgeschnitten, die aus meinem Körper gewachsen wären.
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